JO Hochtourenlager 2026 Gelmer- und Trifthütte. 11. - 14. 07. 2026
Tourenbericht – Tag 1
Um kurz vor neun Uhr trafen wir uns mit unserem Bergführer Timo am Bahnhof Sarnen. Gemeinsam ging es mit Timos Büssli Richtung Grimselpass. Von etwas unterhalb des Grimselpasses ging es in schönster Umgebung hoch zur Staumauer des Gelmersees. Nicht nur wir kamen durch die Hitze an unser Limit, sondern auch Finns Schuhsohlen waren bereits am Limit und wollten sich verabschieden. Mit Tape konnten sie jedoch noch zum Durchhalten gebracht werden. Auf der Hütte angekommen, verpflegten wir uns und erleichterten unsere Rucksäcke ein wenig, bevor wir uns zu einem nahegelegenen Klettergarten aufmachten. Eine kurze Repetition der Kletter-, Abseil- und Seiltechnik war vor dem aufziehenden Gewitter geplant. Leider waren wir nicht schnell genug und wurden vom Regen und teilweise leichtem Hagel überrascht. Trotz des Sprints zurück zur Hütte wurden wir ziemlich nass. Mit einem Jass und einem feinen Znacht wurde dieser Tag abgeschlossen.
Tourenbericht – Tag 2
Am zweiten Tag unseres Lagers stand die Überschreitung vom Chlys Gelmerhorn aufs Grosse Gelmerhorn auf dem Programm. Das Wetter war gut und wir teilten uns in drei Seilschaften auf. Die ganze Tour wurde in Bergschuhen begangen.
Der Zustieg war überraschend anspruchsvoll und fühlte sich fast schwieriger an als die eigentliche Kletterei. Viele Stellen gingen wir deshalb am kurzen Seil. Auf dem Grat folgten immer wieder abwechslungsreiche Kletterstellen. Besonders toll war die Schuppenwand. Ihre spezielle Felsstruktur machte das Klettern besonders spannend.
Kurz unter dem Gipfel des Chlys Gelmerhorns machten wir eine kurze Mittagspause und genossen die Aussicht, bevor wir dreimal 20 m abseilten und es weiter zum Grossen Gelmerhorn ging.
Am Schluss wartete noch der berühmte Gelmersprung. Die Lücke ist etwa 2,3 Meter breit, weshalb sich nur wenige von uns trauten, darüber zu springen. Die vier Abseilstellen dauerten etwas länger als erwartet. Trotzdem blieb der Tag als einer von vielen Höhepunkten in Erinnerung.
Am Abend gab es ein etwas salziges, aber dennoch feines Abendessen.
Tourenbericht – Tag 3
Wir haben am Montag um 04:00 Uhr Kaffee getrunken und gefrühstückt. Anschliessend sind wir um 5 Uhr in Richtung Gwächterhorn losgelaufen. Von dem Grat aus hatte man eine sehr schöne Aussicht und wir sind dem Grat entlang zum Diechterhorn gelaufen. Dort haben wir Zmittag gegessen und sind danach über den Triftgletscher zur Trifthütte gegangen, wo wir um ca. 13:00 Uhr ankamen.
Die Hütte ist ganz neu diese Saison wieder aufgegangen und die Aussicht von dort ist wirklich sehr faszinierend.
Tourenbericht – Tag 4
Der vierte und letzte Tag unseres Hochtourenlagers begann anders als erwartet. Da die Wetterbedingungen unklar und sehr wechselhaft waren und eine grosse Gewittergefahr bestand, konnte die geplante Überschreitung des Kristallgrats leider nicht durchgeführt werden. Ein Gutes hatte es jedoch: Wir mussten nicht um 3:45 Uhr aufstehen, sondern konnten verhältnismässig lange bis sieben Uhr ausschlafen.
Nach dem Zmorge brachen wir stattdessen zu einer kürzeren Gratkletterei auf. Da diese nicht sehr anspruchsvoll war, wurden die Gruppen etwas durchmischt. So bekamen auch andere die Gelegenheit, das Vorausklettern und Absichern zu üben. Nach etwa 1,5 Stunden kamen wir oben an, wo uns Timo noch etwas Theorie beibrachte. Danach machten wir uns auf den Rückweg zur Hütte. Dort packten wir unsere Rucksäcke fertig und assen noch eine Kleinigkeit, da uns ein längerer Abstieg von der Trifthütte zur Bushaltestelle bevorstand.
Ungefähr um 13:00 Uhr liefen wir los. Der Weg war sehr schön und führte uns auch über die berühmte Triftbrücke. Da sich der Weg anfangs als recht schwierig herausstellte, wir schweres Gepäck trugen und alle schon müde waren, kamen wir langsamer voran als geplant. Schnell wurde uns klar, dass die geplanten drei Stunden für den Abstieg sehr ambitioniert waren und wir in unserem Zustand wohl deutlich länger brauchen würden. Das Problem war, dass wir um 17:40 Uhr das Postauto erwischen mussten, da wir sonst eine Stunde hätten warten müssen, was unsere Heimreise stark verlängert hätte.
Deshalb entschied sich Timo, vorauszulaufen, um den Bus noch zu erwischen. So wollte er sein Auto holen und uns anschliessend einsammeln. Der Busfahrer fuhr jedoch einfach an der Haltestelle vorbei, weshalb Timo per Anhalter nach Innertkirchen fahren musste. Das funktionierte zum Glück so gut, dass wir anderen unten nicht lange warten mussten. Nochmals danke an Timo, unseren Retter!
Schliesslich fuhren wir alle müde, aber glücklich zurück nach Sarnen, wo das Lager auch begonnen hatte. Alles in allem war es ein sehr tolles Hochtourenlager voller neuer Erfahrungen und Erlebnisse. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr und hoffe, den anderen geht es genauso.










