FaBe auf dem Camping in Orpierre, Südfrankreich 05.  - 10. 10. 2025

FaBe, Tourenberichte

Inmitten herrlicher Kletterfelsen liegt das romantische Bergdorf Orpierre mit seiner handvoll Häuser, dem Dorfladen und der eindrücklichen Kirche. Diesen Blick werden wir noch öfters von oben geniessen können, denn die aktive Klettergruppe zieht es selbstverständlich hoch nach oben. Der Campingplatz befindet sich nur 5 Min. vom Dorfplatz entfernt und ist somit idealer Ausgangspunkt für die abwechslungsreiche und abenteuerliche Kletterwoche mit Klettergärten für jedes Niveau.

Die Kälte der Nacht liegt uns noch in den Knochen, oder vor allem am Nasenspitz, da kommt auch schon der Gipfeli-Service von Andreas, nicht selten in Begleitung von munteren Kindern. Über feine französische Croissants, Pains au chocolat bis zu Chaussons aux pommes bleibt kein Wunsch unerfüllt, und die Freude und der Genuss dieser Köstlichkeiten lässt erste Wärme in den Körper steigen.

9.00 Uhr, auf dem Parkplatz zwischen Hund und Wohnwagen flitzt der Frisbee hin und her. Ob Gruppe «Kappe» oder «ohne Kappe», kalt hat jetzt keiner mehr und alle fühlen sich fit und bereit für den Tag voller Kletterabenteuer.

Am ersten Tag erreichen wir das Klettergebiet «Les Quatre Heures» nach einem abenteuerlichen Weg über Stock und Stein und durch Gebüsch. Es zeigt sich als idealer Fels mit viel Übungsmöglichkeiten, grandioser Aussicht und es macht richtig Spass!
Es wird fleissig geübt mit Achterknöpfen, anbinden und sicher sichern. Andreas gelingt es beeindruckend, den kaum aufzuhaltenden Kindern mit Ruhe und Geduld die notwendige Kompetenz beizubringen. Daniel und Alexander eröffnen in der Zwischenzeit als Seil-Ping-Pong die wohl schnellste Seilbahn von Orpierre und erfreuen sich an ihrem selbst erfundenen Essenstransport.

Da erklingt von der anderen Seite ein ungewöhnlicher Papageienruf: «Bisch parat?», erklingt es immer wieder. Diesen Ruf werden wir auch in den nächsten Tagen aus atemberaubender Höhe vernehmen. Der Blick führt zu Maurice und Larix, die sich als Profi-Seilschaft entwickeln und nicht mehr aufzuhalten sind, und in den nächsten Tagen Unglaubliches bezwingen werden.

Am dritten Tag beweisen Gross und Klein am herausfordernden Klettersteig viel Mut und Können. Dank improvisierter Seilbahn und Huckepacktransport erreichen auch die Kleinsten wohlauf und voller Stolz das Ziel. Hungrig bewegen wir uns Richtung Rucksäcke. Doch schon nach kurzer Stärkung ziehen zwei sehr ambitionierte Kletterjungs los für einen zweiten Durchlauf des Klettersteigs, diesmal für die athletische überhängende Linie. Der Rest der Gruppe wechselt zum «Cascade», ein wunderschönes Plätzchen, mystisch gelegen zwischen Fels und Wasser. Dort instruiert uns Andreas mit dem notwendigen Wissen für sicheres Abseilen. Es macht sichtlich Spass und schon bald kann jedes Kind selbstständig abseilen. Man sieht nur noch «hoch – runter – hoch – runter». Koa schafft es unglaubliche 14 Mal alleine an diesem Nachmittag.

Am vierten Tag wird das Fädeln bis zum Profistatus geübt. Alle, Gross und Klein, klettern im Vorstieg und meistern die verantwortungsvolle Aufgabe voller Stolz. Das Klettergefühl wächst, und die Tage sind ab jetzt definitiv zu kurz. Am fünften Tag heisst es nämlich alles Gelernte zusammenzufügen und Andreas führt uns in die Mehrseillängen ein. Der Klettergarten Belleric bietet ideale Routen für Einsteiger-Mehrseillängen. Niemand ist mehr aufzuhalten. Alle wollen vorsteigen, fädeln, abseilen… Unglaublich, was man alles in einer Woche lernen und erreichen kann.

Jeden Abend verstärkt sich auf dem Camping das Pfadilagergefühl und die Gruppe wächst zusammen. Es wird zusammen im schwarzen Topf gekocht, und das Feuer geht dank der fleissigen Kinder nie aus. Dieselben Kinder sind es, die sich auch als hervorragende Köchinnen und Köche beweisen. Die erste Gruppe serviert köstliche Älplermagronen und die zweite Gruppe verwöhnt uns mit Spaghetti mit einer unvergesslich feinen Gemüse-Tomaten-Sauce. Schon früh wird auch ein verstecktes Kochtalent unter den Erwachsenen entdeckt und jeder Gaumen freut sich, wenn Andi mitgemischt hat.

Lieber Andreas, herzlichen Dank für diese grandios aufgebaute Kletterwoche. Besser hätte es nicht sein können  Einfach perfekt, wunderschöne Natur, perfekte Klettermöglichkeiten für jedes Niveau, alles in nächster Nähe zu Fuss erreichbar, idyllisches Dorf, warme Spätsommersonne, südfranzösiches Flair… einfach perfekt.

Fotos Andreas Nagel